Am 21. April wäre Peter Kowald 60 Jahre alt geworden. Und mehr als 12 Jahre ist es nun her, dass er, der musikalische Weltreisende, einmal 365 Tage am Ort blieb. Vom 1. Mai 1994 bis 30. April 1995 weilte Kowald zu Hause in Wuppertal und benutzte kein anderes Verkehrsmittel als sein dreirädriges Fahrrad. Damals sah man ihn durchs Viertel radeln, den Bass auf den Rücken geschnallt. Es war keine künstlerische Auszeit im Gegenteil
  
...Wenn Kowald nicht in die Welt ging, so kam die Welt zu ihm. Ein Jahr lang machte er den ort in der Luisenstraße 116 zum künstlerischen Kraftzentrum, zum Ort ebenso internationaler wie nachbarschaftlicher Begegnungen zwischen Musikern, Tänzern, Malern, Dichtern, Denkern und Zuschauern. Was nach außen hör- und sichtbar wurde waren 64 Konzerte (zum Teil mit Tanz), 15 Ausstellungen, 10 Lesungen und 14 öffentliche Gespräche im ort. Mindestens ebenso wichtig waren die wöchentlichen Arbeitstreffen des ort-Ensembles, in dem sich zwischen 8 und 20 improvisierende Musiker zusammen fanden. Was zählte war nicht das Ergebnis im Sinne einer festzuschreibenden Form, sondern jener lebendige Prozess, in dem Grenzen ausgelotet und erweitert werden und Neues entstehen kann.
Mit seiner Energie, seiner Neugier und Kreativität war Peter Kowald Ideengeber, Motor, Seele des ort-Projektes. Doch hervorgebracht wurde der ort von allen, die sich bereit erklärten, ihn hervor zu bringen und mit Leben zu füllen: ein organisch-künstlerisch-musikalisches Gebilde, eine "soziale Plastik".
Wir wissen nicht, ob oder wie Peter Kowald in diesem Jahr seinen 60. Geburtstag und das 10jährige ort-"Jubiläum" gefeiert hätte (wahrscheinlich wäre ihm wieder irgend etwas Neues eingefallen). Die Peter Kowald Gesellschaft/ort e.V. nahm die Jahrestage zum Anlass, 4 Tage vor ort ein kleines Festival mit Musik, Kunst und öffentlichem Gespräch auszurichten, zu dem langjährige Weggefährten Peter Kowalds wieder in Wuppertal zusammen kamen.
Im laufenden Jahr 2005 finden zudem weitere Veranstaltungen verschiedener Genres statt. Wir freuen uns auf viel Musik, Kunst, Gespräche und Begegnungen.
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