cine:ort

Die Filmreihe im ort

1 x im Monat, jeweils donnerstags, um 20 Uhr zeigen wir Filme aus dem breiten Themenbereich der 'Improvisierten Musik'. Der Eintritt ist frei. (Coronabedingt müssen dennoch über www.wuppertal-live.de Tickets gebucht werden.)

Programm 21/22



Donnerstag 02.09.2021

20 Uhr

Brötzmann

von René Jeuckens, Thomas Mau, Grischa Windus (2011, 80 min.)

 

In normalen Zeiten ist Peter Brötzmann von Wuppertal aus weltweit unterwegs. Doch bei aller Rastlosigkeit nimmt er sich Zeit für die Bildende Kunst. Denn der Saxophonist hat seine Karriere nach dem Studium an der Werkkunstschule Wuppertal als Assistent bei dem berühmten Nam June Paik in der Fluxus-Bewegung begonnen. Brötzmanns künstlerische Handschrift findet man auf vielen seiner mehr als 200 Schallplatten-

Cover. Er hat zahlreiche Gemälde, Objekte und Skulpturen geschaffen.

 

Anlässlich seines 80. Geburtstag in diesem Jahr zeigt der ort den vor zehn Jahren entstandenen Film „Brötzmann“, auch in Gedenken an seine langjährige Zusammenarbeit mit Peter Kowald. Im Film erleben wir Brötzmann als Musiker auf der Bühne, auf Tournee mit seinem Chicago-Tentet und in seinem Atelier bei der künstlerischen Arbeit. Einige seiner Kollegen, Weggefährten und Freunde erzählen von ihren Erfahrungen mit dem kompromisslosen Wegbereiter des Freejazz. Schon seit längerem ist Brötzmann nicht nur in Wuppertal, sondern auch in Chicago zu Hause. Die Erfahrungen in der Ferne haben den Blick auf seine Heimatstadt geschärft.

 

Im Film begleiten wir ihn nach Chicago und folgen seinen Schritten in der Metropole am Michigansee. Letztlich zieht es ihn aber immer wieder nach Wuppertal. Hier lässt sich die Kamera von der Musik Brötzmanns durch die Stadt und ihre Landschaft treiben.



Donnerstag 09.09.2021

20 Uhr

Clubs in Deutschland: impuls Wuppertal

von Werner Schretzmeier, 1970

 

Vor 50 Jahren war am Arrenberg ein Alternatives Kulturzentrum (1968 bis 1973) beheimatet, im Gebäude einer ehemaligen Wäscherei. Für viele Wuppertaler der 68er-Generation verbinden sich mit diesem inzwischen fast historischen Ort Erinnerungen an eine bewegende Zeit. Der Dokumentarfilm von Werner Schretzmeier (1970) zeigt einen Einblick in die vielfältigen Aktivitäten des Zentrums, aber auch in die kulturpolitische Auseinandersetzung in der Stadt. Im Anschluss ist ein Gespräch des impuls-Mitbegründers Dieter Fränzel mit Rainer Widmann vorgesehen.



Donnerstag 11.11.2021

20 Uhr

Malou & Dominique

Regie: Mark Sieczkarek, D 2020

 

Zwei Tänzer loten den Raum zwischen sich und der Welt aus. Wunderlich, abgründig, spielerisch zeichnen sie das Mosaik der menschlichen Begegnung. Der Kosmos der Tänzer: eine Industriehalle. Ihr Leben: dem Alltag entrückt. Und doch erzählen sie, in kuriose Kostüme gekleidet, vom Leben selbst: Von den Wirren und dem Zauber der Beziehung zwischen zwei Menschen.

Die Französin Malou Airaudo und ihr Landsmann Dominique Mercy, die in vielen Stücken vom Tanztheater Wuppertal tanzten und auf eine internationale Karriere blicken können sind „Malou & Dominique“.



Donnerstag 02.12.2021

20 Uhr

Aretha Franklin: Amazing Grace

Regie: Sydney Pollack, USA 1972, 86 Min.

 

Aretha Franklin steht 1972 am Zenit ihrer Karriere: sie hat 20 Studioalben inclusive elf Nummer-eins-Hits eingespielt, da beschließt die Queen of Soul zu ihren musikalischen Wurzeln zurückzukehren. In der Missionary Baptist Church, in Los Angeles, gibt sie zusammen mit dem Southern California Community Choir und der Gospellegende Reverend James Cleveland ein Konzert und lässt einen Mitschnitt für ein Album aufnehmen. Das Ergebnis ist das bis heute meistverkaufte Gospelalbum aller Zeiten. Ein Filmteam unter der Regie von Sydney Pollack hat das Konzert festgehalten. Aufgrund technischer und juristischer Schwierigkeiten wurden die Aufnahmen jedoch nie öffentlich gezeigt. Erst 47 Jahre später erstrahlte der Film erstmals auf der großen Leinwand. 



Donnerstag 13.01.2022

20 Uhr

Mali Blues

Regie Lutz Gregor, ML/D 2015, 53 min.

 

»Seid ihr bereit? Geht's euch gut?«. So beginnt Lutz Gregors Dokumentarfilm »Mali Blues«, der von einem Land handelt, dem es nicht gut geht, aber dessen junge Generation bereit ist. Bereit für ein Zusammenrücken gegen Separatisten, für einen Islam ohne Dschihadisten und vor allem bereit, in der Musik seine Sehnsüchte auszudrücken.

Das westafrikanische Land Mali gilt als Wiege des Blues, den verschleppte Sklaven auf die Baumwollfelder Amerikas mitbrachten. Traditionelle Musik hält schon seit Jahrhunderten die Gesellschaft Malis zusammen. Der Film erzählt die Geschichten von vier Musikern, die Hass, Misstrauen und Gewalt in ihrem Land und eine radikale Auslegung des Islam nicht akzeptieren wollen. Weder in Mali, noch an einem anderen Ort auf der Welt.



Donnerstag 03.02.2022

20 Uhr

Astor Piazzolla – The Years of the Shark

Regie: Daniel Rosenfeld, AR / FR 2018, 90 Minuten

 

Astor Piazzolla (1921 bis 1992) war einer der wichtigsten lateinamerikanischen Komponisten des 20. Jahrhundert. Er war Begründer des „Tango Nuevo“ und integrierte Jazz- und klassische Musikelelemente in die traditionelle Tangomusik. Heute spielen und lieben internationale Musiker wie Chick Corea, Martha Argerich, Yo-Yo Ma, Al di Meola und Caetano Veloso seine Kompositionen.

Im Film erzählt der Sohn Daniel Piazzolla anhand von privaten und öffentlichen Archivaufnahmen und Interviews das facettenreiche Leben der Familie Piazzolla. Neben den intimen Einsichten in Astor Piazzollas Privatleben besticht der Filmdurch seine Musikaufnahmen, welche die ganze emotionale Bandbreite des Tango Nuevo vom energetisch-explosiven bis hin zum erotisch-melancholischen aufzeigen.



Donnerstag 03.03.2021

20 Uhr

Das Arvo Pärt Gefühl

Regie: Paul Hegeman, 75 min. NL 2019

 

Arvo Pärt, einer der berühmtesten Komponisten unserer Zeit, gilt wegen seiner minimalistisch spirituellen Musik als so etwas wie ein Einsiedler. Bei der Arbeit scheint er jedoch das genaue Gegenteil zu sein, denn er verbindet seine unglaubliche Sensibilität mit Humor und Energie. Seine intensive Zusammenarbeit mit dem Cello-Oktett Amsterdam bildet das Herzstück dieses Dokumentarfilms, der ein helles Licht auf das Universum von Pärt wirft. Ein Universum, das nicht nur klassischen Musikern wie Tõnu Kaljuste, Candida Thompson oder Daniel Reuss fasziniert, sondern auch Choreographen wie Ji?í Kylián, Filmemacher wie Alain Gomis und junge Technomusiker wie Kara-Lis Coverdale.

Sie alle sind auf der Suche nach dem Pärt-Gefühl, nach dem was Arvo Pärts Musik so einzigartig macht. (goodmovies.de)



Donnerstag 07.04.2022

20 Uhr

Karl Berger – Music Mind

Regie: Julian Benedikt u. Axel Kroell, 2018, 56 Min.

 

'WE NEED VIBES’ schreibt die Avantgarde-Legende Don Cherry Mitte der 60er seinem Heidelberger Pianisten und Vibraphonisten Karl Berger. Dieser folgt dem Ruf seines Bandleaders und zieht mit Frau und Kind nach New York. Die beste Entscheidung! Wie kaum ein anderer seiner Generation, hat der Musiker und promovierte Musikwissen- schaftler Karl Berger die freie Improvisation und vor allem die Weltmusik geprägt. Klassisch am Heidelberger Konservatorium ausgebildet, erlernt er im dortigen Cave 54 die Jazzimprovisation von den stationierten US Soldaten, bis immer mehr namhafte US Musiker ihn in ihre Bands holen. Er gibt seine Assistenz Stelle bei Theodor W. Adorno auf und entflieht dem tristen Nachkriegsdeutschland, um in Paris auf seinen Förderer Don Cherry zu treffen. Ihm folgt er zusammen mit seiner Frau, der Münchener Sängerin Ingrid Sertso nach New York und gründet mit ihr und Ornette Coleman Anfang der 70er in Woodstock ein Zentrum für freie Musik und Improvisation, das Creative Music Studio. Viele Musiker aus der lokalen Musikszene in Woodstock schließen sich an: Carla Bley, Jack DeJohnette, Dave Holland, Pat Metheny, Anthony Braxton aber auch aus allen Teilen der Welt stoßen sie zum CMS dazu, wie zB. die Percussionisten Nana Vasconcelos, Trilok Gurtu oder Ayib Dieng. Bis heute geben sie ihr Wissen in Workshops an andere Musiker aus der ganzen Welt weiter.

Karl Berger – Music Mind zeichnet seine Reise von Heidelberg über Paris bis nach Woodstock nach und dokumentiert sein gefeiertes Jubiläumskonzert bei den diesjährigen Jazztagen in Stuttgart.



Donnerstag 05.05.2022

20 Uhr

Embryo: The Journey of Music and Peace

von Regie: Michael Wehmeyer

 

Seit 50 Jahren baut das Musikerkollektiv EMBRYO Brücken zwischen Jazz und indischen, afrikanischen und arabischen Musikwelten, als Pioniere der „World Music“, bevor es trendy wurde, dass Musiker aus Westeuropa und USA mit Kollegen aus Afrika, Asien, Lateinamerika und Ozeanien zusammen spielen. Bei ihren Reisen von Europa nach Afghanistan, Indien, Nigeria, Ägypten und Marokko spielte EMBRYO mit lokalen Musikern, wodurch ein einzigartiger Sound entstanden ist – Resultat eines kulturellen Austausches auf Augenhöhe. Mit der Band spielten Jazzgrößen wie Mal Waldron und Charlie Mariano, Afrobeat-Weltstar Fela Kuti, der indische Perkussionist Trilok Gurtu und vielen weiteren Gastmusikern der verschiedensten Genres und aus aller Welt. 

Für den Film hat EMBRYO-Keyboarder und Regisseur Michael Wehmeyer eine Schatztruhe mit bisher unveröffentlichen Filmaufnahmen und Fotos geborgen, um die Entwicklung EMBRYOs vom Jazz-Rock der 60er zu einer World-Fusion in Bild und Musik zu vermitteln. 

In Interviews beschreiben Bandmitglieder und Weggenossen die Zeit von der Gründung vor mehr als 50 Jahren, im Revolutionsjahr 1968, bis heute. Fünf Jahrzehnte mit Reisen, Begegnungen, aus denen Freundschaften entstanden sind, und Visionen einer neuen Form des Musikmachens im Geist der Unabhängigkeit von allen bestehenden gesellschaftlichen und kulturellen Normen.