Foto © Luke Fowler
Anouck Genthon (Violine)
Lionel Marchetti (Synthesizer)
Das Duo Genthon_Marchetti entwickelt einen kompositorischen Ansatz, bei dem der Raum selbst zum zentralen klanglichen Medium wird: Die Musik entsteht nicht nur aus den Instrumenten, sondern vor allem aus der hörbaren Verteilung im Raum, die durch die Position der Lautsprecher und die gezielte Steuerung der Lautstärken geformt wird. So wird die akustische Umgebung zu einem tragenden Fundament, auf dem sich der musikalische Verlauf erst entfaltet. Auf dieser Grundlage entwerfen sie eine Form des Duos, in der der physische Körper der Violine in der Plastizität synthetischer Klangfarben aufzugehen scheint. Durch eine subtile Inszenierung der Klangprojektion konstruieren die beiden ein Werk, das die räumliche Ausstrahlung von einem einzigen Brennpunkt aus in den Vordergrund stellt – wie ein Auge, ein Leuchtturm oder ein Signal, das den Weg eines verzaubernden Mythos weist; zumindest aber eine Richtung vorgibt, der man als Lebenslinie, als magnetischem Pol folgen kann.